Was sind Besenreiser und woher kommen sie?
Besenreiser sind Erweiterungen kleinster oberflächlicher Venen (bis etwa 1 mm), oft fächer- oder netzförmig; etwas größere bläuliche Geflechte heißen retikuläre Venen. Sie entstehen, wenn Venenwände und -klappen dem Blutdruck in den Beinen nachgeben, begünstigt durch:
- Veranlagung: die Bindegewebsqualität der Venenwand ist ererbt, Teil der Bindegewebsschwäche
- Weibliches Geschlecht und Hormone: Frauen sind deutlich häufiger betroffen; Schwangerschaften zählen zu den Risikofaktoren der Bonner Venenstudie
- Alter: die Prävalenz venöser Veränderungen steigt kontinuierlich
- Stehende und sitzende Lebensweise, Übergewicht: erhöhen die Druckbelastung
Sind Besenreiser gefährlich?
Für sich genommen nein: Die Studienautoren ordnen Besenreiser und retikuläre Venen ausdrücklich als in der Regel nicht krankhaft und beschwerdefrei ein. Zwei Einschränkungen verdienen Aufmerksamkeit. Erstens können sie Teil eines größeren Venenproblems sein; in der Bonner Venenstudie hatte rund ein Viertel der Bevölkerung Krampfadern und 17 Prozent eine fortgeschrittene chronische Venenerkrankung. Zweitens gibt es Warnzeichen, die eine phlebologische Abklärung sinnvoll machen: schwere, müde oder abends geschwollene Beine, nächtliche Wadenkrämpfe, sichtbare Krampfadern, Hautverfärbungen oder Juckreiz am Unterschenkel, sowie Besenreiser-Nester am Innenknöchel. Eine Ultraschalluntersuchung klärt, ob tiefer liegende Venen beteiligt sind, wichtig auch vor jeder kosmetischen Behandlung.

Wie lassen sich Besenreiser entfernen?
| Verfahren | Einsatz | Einordnung |
|---|---|---|
| Sklerosierung (Verödung) | Standard für Besenreiser und retikuläre Venen | Verödungsmittel verschließt das Gefäß; mehrere Sitzungen üblich; Leitlinie: Kompression danach verbessert das Ergebnis |
| Transkutaner Laser | feinste, oberflächliche Gefäße | Ergänzung oder Alternative bei sehr dünnen Reisern |
| Kombination | je nach Befund | in Praxen gängig |
Realistische Erwartungen: Behandelt wird das sichtbare Gefäß, nicht die Veranlagung; neue Besenreiser können entstehen, Auffrischungen sind normal. Kostenträger ist bei rein kosmetischer Indikation die Patientin oder der Patient. Cremes, Hausmittel und Massagen entfernen Besenreiser nicht, dafür fehlt jede Studienbasis.
Kann man Besenreisern vorbeugen?
Die Veranlagung nicht, den Druck auf die Venen schon: viel Gehen und Wadenarbeit (Muskelpumpe), langes Stehen und Sitzen unterbrechen, Beine hochlagern, Gewicht im Normalbereich halten, Hitze-Dauerbelastung meiden. Bei familiärer Venenschwäche oder stehenden Berufen sind Kompressionsstrümpfe die wirksame, leitlinienkonforme Stütze, das komplette Venenprogramm steht unter Krampfadern vorbeugen.
Häufige Fragen
Sind Besenreiser ein Zeichen für Krampfadern?
Nicht zwangsläufig, aber ein möglicher Hinweis auf eine Venenschwäche-Neigung. Bei Beschwerden oder familiärer Belastung schafft ein Venenultraschall Klarheit.
Gehen Besenreiser von alleine wieder weg?
Bestehende in der Regel nicht; sie können nach Schwangerschaften teilweise verblassen. Dauerhaft verschwinden sie nur durch Behandlung.
Was kostet Besenreiser entfernen?
Je nach Umfang und Sitzungszahl ab etwa 100 Euro pro Sitzung aufwärts, als Selbstzahlerleistung; verlässlich ist nur der individuelle Kostenplan der Praxis.
Helfen Cremes gegen Besenreiser?
Nein, keine Creme verschließt ein erweitertes Gefäß. Wirksam sind Verödung und Laser; Cremes können höchstens die Haut pflegen.
Kann Sport Besenreiser verschlimmern?
Bewegung ist venenfreundlich und Teil der Vorbeugung. Ungünstig sind eher Dauerstehen und schweres Pressen; wer unsicher ist, klärt das im Rahmen des Venenchecks.
Quellen
- Bonner Venenstudie (Rabe et al. 2003, n=3.072): 59 Prozent Besenreiser/retikuläre Venen, Einordnung als in der Regel nicht krankhaft; Prävalenzen und Risikofaktoren
- S2k-Leitlinie Sklerosierungsbehandlung der Varikose (AWMF 037-015): Verödung als Standard, Kompression verbessert das Ergebnis
- S2k-Leitlinie Diagnostik und Therapie der Varikose (AWMF 037-018): Abklärung, Kompression, Bewegung
- Phlebologische Patienteninformationen (medi, Pharmazeutische Zeitung, abgerufen 03.09.2026)
Stand der Recherche: 3. September 2026. Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.
